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Schleifmittel richtig auswählen: Körnungen leicht erklärt

Wer schon einmal Holz, Metall oder Lack geschliffen hat, kennt die Frage: Welche Körnung ist die richtige? 

Die Wahl der passenden Körnung entscheidet über die Qualität des Ergebnisses – vom groben Abtrag bis hin zum feinen Finish.
In diesem Beitrag erklären wir, wie Körnungen eingeteilt werden, wofür sie sich eignen und wie Sie Schritt für Schritt die optimale Oberfläche erzielen.

Was bedeutet die Körnung bei Schleifmitteln?

Die Körnung gibt an, wie fein oder grob ein Schleifmittel ist. Sie beschreibt die Anzahl der Schleifkörner pro Quadratzentimeter.

- Niedrige Zahlen (z. B. K24, K40) = grobe Körnung = viel Abtrag, eher raues Ergebnis

- Hohe Zahlen (z. B. K240, K400, K1000) = feine Körnung = wenig Abtrag, sehr glatte Oberfläche

Faustregel: Je kleiner die Zahl, desto grober der Schliff. Je größer die Zahl, desto feiner der Schliff.

Übersicht der Körnungen – grob bis fein

1. Grobe Körnungen (K24 – K60)

Einsatz: schneller Materialabtrag, grobes Formen

Typische Anwendungen: Lack oder Rost entfernen, Holz grob vorschleifen, Kanten und unebene Flächen begradigen

Beispiel: K40 zum Entfernen alter Lackschichten


2. Mittlere Körnungen (K80 – K120)

Einsatz: Zwischenschliff, Vorbereitung für weitere Schritte

Typische Anwendungen: Holz vor dem Feinschliff glätten, Metallflächen vorbereiten, Kunststoff anschleifen

Beispiel: K100 für Möbel, bevor der Feinschliff erfolgt


3. Feine Körnungen (K150 – K240)

Einsatz: Feinschliff, Vorbereitung für Oberflächenbehandlung

Typische Anwendungen: Holz vor dem Lackieren oder Beizen, Metall vor dem Polieren, Endbearbeitung bei Möbeln

Beispiel: K180 für den finalen Holzschliff vor dem Lackieren


4. Sehr feine Körnungen (K280 – K600)

Einsatz: Endbearbeitung, Zwischenschliff zwischen Lackschichten

Typische Anwendungen: Lackflächen glätten, Hochwertige Oberflächen vorbereiten, Zwischenschliff bei Polierarbeiten

Beispiel: K400 zum Anschleifen von Lack vor dem nächsten Auftrag


5. Extra feine Körnungen (K800 – K8000)

Einsatz: Polierarbeiten, Hochglanzfinish

Typische Anwendungen: Autolack polieren, Edelstahl oder Aluminium auf Hochglanz bringen, feinste Oberflächenbearbeitung in Industrie und Handwerk

Beispiel: K2000 für Hochglanzarbeiten an Lackoberflächen

Die FEPA-Skala – internationaler Standard für Körnungen

Damit Schleifmittel weltweit vergleichbar sind, werden Körnungen nach Normen eingeteilt. In Europa ist die FEPA-Skala (Federation of European Producers of Abrasives) der Standard.


Bei dieser Skala sind die Körnungen mit „P“ gekennzeichnet, z. B. P80, P240, P600.

Auch hier gilt: Je höher die Zahl, desto feiner die Körnung.


Beispiel:

- P40 = grobe Körnung, schneller Materialabtrag

- P240 = feine Körnung, ideal für Holz vor dem Lackieren

- P1000 = sehr feine Körnung, für Lack- oder Polierarbeiten


In den USA wird oft die CAMI-Skala genutzt, in Japan die JIS-Skala. Die Zahlen sind dabei allerdings nicht 1:1 vergleichbar. 

Körnung je nach Material wählen

Holz

- Grob (K40–K80): für Abtrag, Formen und grobe Unebenheiten

- Mittel (K100–K150): für Zwischenschliff

- Fein (K180–K240): für Oberflächen vor Lack oder Öl

- Sehr fein (K280–K400): für Endschliff bei hochwertigen Holzoberflächen


Metall

- Grob (K24–K60): für Schweißnähte, Rostentfernung, groben Abtrag

- Mittel (K80–K120): für Flächenbearbeitung und Angleichung

- Fein (K150–K400): Vorbereitung für Polieren oder Lackieren

- Sehr fein (K280–K600): für feine Oberflächenbearbeitung


Lack & Kunststoff

- Grob (K120–K180): Anrauen von harten Kunststoffen oder Abtragen dicker Lackschichten

- Mittel (K220–K320): Zwischenschliffe zwischen Lackschichten

- Fein (K400–K800): Vorbereitung vor dem Polieren oder für den letzten Feinschliff

- Sehr fein (K1000–K8000): Hochglanzpolitur und perfekte Oberflächen


Praktische Tipps zur Körnungsauswahl

• Beginnen Sie mit einer gröberen Körnung und arbeiten Sie sich Schritt für Schritt zu feineren Körnungen vor.

• Überspringen Sie keine zu großen Schritte – sonst bleiben Schleifspuren sichtbar.

• Nutzen Sie bei empfindlichen Oberflächen lieber eine feinere Körnung und etwas mehr Zeit.

Bei Ungewissheit/Sorge um das Werkstück: Starten Sie mit einer feineren Körnung, um die Oberfläche nicht zu beschädigen und das Verhalten des Schleifmittels in Ihrer Anwendung zu testen.

Fazit

Die Wahl der richtigen Körnung ist entscheidend für das Ergebnis beim Schleifen. Ob Holz, Metall oder Lack – jede Oberfläche braucht den passenden Schliff. Mit groben Körnungen gelingt der schnelle Materialabtrag, mit feinen Körnungen erreichen Sie glatte und glänzende Oberflächen.

Tipp: In unserem Onlineshop finden Sie Schleifmittel in allen Körnungen – vom groben Abtrag bis zum Hochglanzfinish.